Einsatz von interkulturell Dolmetschenden

Interkulturell Dolmetschende werden eingesetzt, um eine optimale Verständigung zwischen fremdsprachigen Migrantinnen oder Migranten und öffentlichen Stellen oder Personen zu ermöglichen. Im Kanton Bern werden die Dolmetschenden von «comprendi?» vermittelt.

Wann ist interkulturelles Dolmetschen angebracht?

  • Bei Klientengesprächen mit schwierigen, folgenschweren, tabuisierten oder intimen Themen
  • Bei Gesprächen mit Klientinnen oder Klienten in einer Konfliktsituation
  • Bei Gesprächen, in denen alle Beteiligten möglichst alle Details verstehen sollen
  • In Situationen, in denen die Verständigung ohne interkulturelles Dolmetschen nicht funktioniert hat

Welche Informationen braucht «comprendi?» für die Vermittlung von interkulturell Dolmetschenden?

  • Geschlecht, Herkunft und Sprache (evtl. Dialekt) der zu dolmetschenden Person
  • Thema des zu dolmetschenden Gesprächs (bitte keine Abkürzungen verwenden)
  • Terminvorschlag für das zu dolmetschende Gespräch inkl. ungefähre Einsatzdauer
  • Genaue Einsatzadresse
  • Kontaktperson und Kontaktangaben
  • Finanzierung bzw. Rechnungsadresse
  • Möglichst frühzeitige Auftragserteilung

Wie bereite ich mich auf ein Gespräch mit einem/einer interkulturell Dolmetschenden vor?

Planen Sie genug Zeit ein. Ein Gespräch mit Dolmetschenden dauert grundsätzlich länger und es benötigt ein Vor- und Nachgespräch mit dem/der interkulturell Dolmetschenden.

Vorgespräch – was gehört dazu?

Das Vorgespräch dient der Einführung der dolmetschenden Person ins Thema, die Umstände und den genauen Sachverhalt des zu dolmetschenden Gesprächs. Wichtig ist, dass Sie im Vorgespräch Ihre Erwartungen klar definieren: z.B. wie das Gespräch gedolmetscht werden soll – sinngemäss oder wörtlich in Ich-Form – und ob neben dem Dolmetschen auch kulturelle Hintergründe zu vermitteln sind.

Bei Gesprächsbeginn – was muss ich berücksichtigen?

  • Als gesprächsleitende Fachperson tragen Sie die Verantwortung für das Gespräch.
  • Sorgen Sie dafür, dass sich die Gesprächsteilnehmenden in einem Dreieck gegenüber sitzen, so dass der Blickkontakt zur Klientschaft gewährleistet ist.
  • Stellen Sie die Gesprächsteilnehmenden vor.
  • Erklären Sie der Klientin oder dem Klienten die ethnischen Richtlinien der Arbeit von interkulturell Dolmetschenden (Schweigepflicht, Allparteilichkeit, Vollständigkeit, Transparenz) und holen Sie das Einverständnis ein.

Während des Gesprächs – was muss ich berücksichtigen?

  • Sprechen Sie langsam und deutlich in vollständigen und kurzen Sätzen.
  • Halten Sie Augenkontakt mit der Klientin oder dem Klienten.
  • Beobachten Sie Gestik und Mimik Ihrer Gesprächspartnerinnen oder –partner und fragen Sie nach, wenn Sie etwas verunsichert.
  • Haben Sie Geduld, denn Dolmetschen braucht Zeit.

Nachgespräch – was gehört dazu?

  • Das direkte Feedback vor Ort an den/die interkulturell Dolmetschende/n zum Verlauf des Gesprächs, zur Dolmetscharbeit und zur Auftragserfüllung.
  • Der Austausch von wichtigen Beobachtungen zwischen dem/der interkulturell Dolmetschenden und Ihnen als Fachperson
  • Die Klärung von Fragen
  • Das Besprechen von Schwierigkeiten und Konflikten, die sich im Gespräch gezeigt haben und die allenfalls daraus folgende psychische Belastung für die dolmetschende Person.

Was soll ich tun bei weitergehenden Fragen oder Problemen?

  • Besprechen Sie Probleme offen mit dem/der interkulturell Dolmetschenden und geben Sie mithilfe des Feedbackformulars oder per Mail eine Rückmeldung an «comprendi?».